Dragoner in Ansbach

Wer von Ansbach als Garnison- und Reiterstadt spricht, der muss in erster Linie die Königsulanen nennen, wenn er das ausgehende 19. Und frühe 20· Jahrhundert meint. Wer aber in Ansbachs markgräfliche Zeit zurückgeht, dem wird sofort der Begriff Dragoner über die Lippen kommen. Es gibt wohl kaum eine andere Truppe in Ansbach, die so bekannt geblieben ist und heute noch das 18. Jahrhundert Und sein gesamtes Militär repräsentiert Nicht zuletzt der Hohenfriedberger Marsch und sein in fränkischen Landen immer noch bekannter und vielgesungener Text haben zu dieser zentralen Stellung der Dragoner im

 

Bewußtsein der Ansbacher beigetragen.

Dabei ist aber zu beachten, dass jenes berühmte Dragonerregiment, das 1745 bei Hohenfriedberg die entscheidende Attacke geritten hatte, erst nach 1757 den Ansbacher Markgrafen Carl Alexander zum Chef bekam, wie es auch erst später den Namen ,,Dragonerregiment Ansbach-Bayreuth“ führen konnte. Immerhin ist erwähnenswert, dass auf preußischer Seite Ansbacher Dragoner im 2. Brandenburgischen Dragonerregiment kämpften. Die Gesamtgeschichte ansbachischer Dragoner selbst ist aber sehr vielfältig und auch noch nicht vollkommen aufgehellt. Es gibt mehrere Einheiten dieses Namens, die mit der Markgrafschaft in Zusammenhang stehen.

 

 

 

Unter dem Markgrafen Georg Friedrich (1692—1703), der selbst als kaiserlicher General in einem Treffen bei Schmidmühlen in der Oberpfalz fiel, wurde ein stehendes Heer eingerichtet. Aus dem Jahr 1694 ist uns bekannt, dass die Stadt Ansbach für die Aufseß-Dragoner 56 Mann und 54 Pferde stellte. 1703 musste die Residenzstadt noch einmal 55 Dragoner aufbringen. Genauere Unterlagen über diese Zeit sind noch nicht erschlossen-

 

 

 

In der Folgezeit werden häufig noch Kavallerieeinheiten erwähnt, so mussten die Markgrafen auch stets etliche Mann zu Pferd für das Militär des Fränkischen Kreises stellen. Hier ist öfters von Kürassieren die Rede, häufig sprechen die Quellen aber nur von Truppen zu Pferd. Immer wieder taucht auch ein Dragonerregiment Ansbach auf, für das zum Beispiel zeitweise von der Gardedu Corps eine Kompanie gestellt wurde. Auch ist uns ein zweites Dragonerregiment bekannt, in dem Oskar Döpping das Regiment »Ansbach-Dragoner«

 

vermutet, welches auch in Neapel stand. Im Jahr 1726 wies das Regiment 523 Mann auf.

 

 

 

Unter dem letzten Markgrafen Carl Alexander ist für Ansbach selbst keine Dragonereinheit nachgewiesen. Das im englischen Solde in Nordamerika kämpfende Kontingent Ansbacher Truppen umfasste zwei Regimenter Infanterie mit je 570 Mann, 101 Jägern und 44 Artilleristen. Ein Blick in den »Kriegsstaat« 1785, also nach der Rückkehr der geschlagenen, aber nicht ruhmlos ausgetretenen Truppen aus der neuen Welt, zeigt folgenden Militärbestand: Die Garde du Corps, zu jener Zeit unberitten unter August Wilhelm von Treskow, das Hochfürstliche Jäger-Corps unter Franz Georg Schilling von Cannstatt, vornehmlich im Streifendienst eingesetzt. Dazu kommt bereits die Infanterie mit dem Voitischen Regiment aus Ansbach und dem Regiment von Sehbothen in Bayreuth. Garnisonen in Erlangen, auf der Plassenburg und der Festung Würzburg, zum Teil mit Invalidenkompanien, ergänzen das Militär in den Fürstentümern Ansbach-Bayreuth. Dragoner befinden sich unter diesem »Gesamt-Kriegs-Staat« nicht mehr.

 

 

 

Adolf Lang

Dabei ist aber zu beachten, dass jenes berühmte Dragonerregiment, das 1745 bei Hohenfriedberg die entscheidende Attacke geritten hatte, erst nach 1757 den Ansbacher Markgrafen Carl Alexander zum Chef bekam, wie es auch erst später den Namen ,,Dragonerregiment Ansbach-Bayreuth“ führen konnte. Immerhin ist erwähnenswert, dass auf preußischer Seite Ansbacher Dragoner im 2. Brandenburgischen Dragonerregiment kämpften. Die Gesamtgeschichte ansbachischer Dragoner selbst ist aber sehr vielfältig und auch noch nicht vollkommen aufgehellt. Es gibt mehrere Einheiten dieses Namens, die mit der Markgrafschaft in Zusammenhang stehen.

 

 

 

Unter dem Markgrafen Georg Friedrich (1692—1703), der selbst als kaiserlicher General in einem Treffen bei Schmidmühlen in der Oberpfalz fiel, wurde ein stehendes Heer eingerichtet. Aus dem Jahr 1694 ist uns bekannt, dass die Stadt Ansbach für die Aufseß-Dragoner 56 Mann und 54 Pferde stellte. 1703 musste die Residenzstadt noch einmal 55 Dragoner aufbringen. Genauere Unterlagen über diese Zeit sind noch nicht erschlossen-

 

 

 

In der Folgezeit werden häufig noch Kavallerieeinheiten erwähnt, so mussten die Markgrafen auch stets etliche Mann zu Pferd für das Militär des Fränkischen Kreises stellen. Hier ist öfters von Kürassieren die Rede, häufig sprechen die Quellen aber nur von Truppen zu Pferd. Immer wieder taucht auch ein Dragonerregiment Ansbach auf, für das zum Beispiel zeitweise von der Gardedu Corps eine Kompanie gestellt wurde. Auch ist uns ein zweites Dragonerregiment bekannt, in dem Oskar Döpping das Regiment »Ansbach-Dragoner«

 

vermutet, welches auch in Neapel stand. Im Jahr 1726 wies das Regiment 523 Mann auf.

 

 

 

Unter dem letzten Markgrafen Carl Alexander ist für Ansbach selbst keine Dragonereinheit nachgewiesen. Das im englischen Solde in Nordamerika kämpfende Kontingent Ansbacher Truppen umfasste zwei Regimenter Infanterie mit je 570 Mann, 101 Jägern und 44 Artilleristen. Ein Blick in den »Kriegsstaat« 1785, also nach der Rückkehr der geschlagenen, aber nicht ruhmlos ausgetretenen Truppen aus der neuen Welt, zeigt folgenden Militärbestand: Die Garde du Corps, zu jener Zeit unberitten unter August Wilhelm von Treskow, das Hochfürstliche Jäger-Corps unter Franz Georg Schilling von Cannstatt, vornehmlich im Streifendienst eingesetzt. Dazu kommt bereits die Infanterie mit dem Voitischen Regiment aus Ansbach und dem Regiment von Sehbothen in Bayreuth. Garnisonen in Erlangen, auf der Plassenburg und der Festung Würzburg, zum Teil mit Invalidenkompanien, ergänzen das Militär in den Fürstentümern Ansbach-Bayreuth. Dragoner befinden sich unter diesem »Gesamt-Kriegs-Staat« nicht mehr.

 

 

 

Adolf Lang